In Memoriam

Horst Keller
Abschied von einem Freund
Ein Abschied fällt wie immer schwer,
Doch diesen Freund vermiss ich sehr.
Er war für mich und den Kollegen,
als Mensch, ein wahrlich reicher Segen.
In all den vielen langen Jahren,
habe ich auch viel von ihm erfahren.
Er war humorvoll und galant,
er war als Komiker bekannt.
Er konnte täglich aus dem Stand,
spaßig sein mit lockerer Hand.
Auch ernstes war ihm selbst nicht fremd,
er sprach es an, ganz ungehemmt.
Ich brauchte oftmals seinen Rat,
er kam sofort und stand parat.
Er war schon länger Pensionär,
die letzten Jahre waren schwer.
Wir wollten vieles noch erleben,
das Schicksal hatte was dagegen.
Er ist fort, ich glaub es nicht,
mir fehlt sein strahlendes Gesicht.
Doch eines will ich ihm gern schenken,
ein unauslöschbares Gedenken.
© Bernd Rosarius
Karin Rokahr
Autorin

Abendrot
Schenk mir für einen Augenblick
das Abendrot deiner Gefühle
ein tiefes Rot der Liebe, als
wenn die Sonne im Meer versinkt
das Feuer deiner Liebe möcht' ich spüren
welches in dir brennt wie ein Vukan
verführt sein von der Liebe Lust
emporgehoben von zärtlicher Erregung
ins liebende Land des Lächelns gleiten
und lass mich am Morgen erwachen
mit dem Sonnenstrahl des Tages
im Kopf die Leidenschaft der Nacht
im Rot des Sonnenaufgangs die
Erinnerung deiner Lustgefühle spüren lass das Abendrot Erinnerung sein
und Beginn eines neuen Tages
© KR 26.07.2005
Hartmut Pollack
Autor

Ozean
Deine Tiefe ist berechenbar
doch inhaltlich nicht fassbar
du bietest ein reichhaltiges Leben
im einfachsten, klaren Wasser
ein dahingleitendes Fließen
in deinen endlosen Fluten
ein gefährliches Dasein
unter den Räubern des Meeres
doch immer bietest du auch Schutz
den schutzlosen Geschöpfen
Ein immerwährendes Staunen über
die Wunder der Natur erfasst mich
vermischt sich im vergleichenden Bilde
des eigenen Menschseins mit
den Wassern des riesigen Ozeans
bin ich Wasser oder vergehe
ich als Schaum an der Oberfläche
gleite ich als Fisch ins Tiefe
oder genieße ich das Plätschern
der wellenden Wasserfläche
Oder fliege ich als Vogel
schau mir das Ganze von oben an
habe den Ölzweig der
Erkenntnis im Schnabel
und finde den Ruheplatz zum Landen
wie unermesslich schön
wie unerschlossen weit
wie unersetzlich nachdenklich
Ozean
egal ob Vogel, Fisch oder Mensch
Hellmut Schmidt
Autor und Verleger

Mein Schneckenhaus
Es klopft so leis
an meinem Haus,
an meinem Schneckenhaus.
In diesem steckt mein Kopf,
der sicherlich nicht hohl.
Doch frag ich mich:
Wer stört mein einsames Sein,
das mir brachte genug Pein.
Bald strecke ich zitternd mein Auge aus meinem Haus,
aus meinem Schneckenhaus.
Doch sehe ich niemanden.
So frage ich mich,
wer klopfte an mein Schneckenhaus?
War es mein Herz,
das wollte hinaus?
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