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Ich habe einen inneren, magischen Garten.


Doch wenn ich mich in diesen Garten begeben will, muss ich mich
vom Alltagsgeschehen trennen, los lassen und wirklich bereit sein,
sonst wird niemand dort sein, auch keiner zu mir sprechen
oder sich sehen lassen.

Es ist ein Ort der Ruhe, ein Ort des Auftankens, ja ein Kraftplatz.

Besonders gerne sitze ich auf dem Brunnenrand.
Denn er weist mir den Weg zur eigenen Quelle.

In diesem Garten lebt mein kleiner Zwerg, der sich frech
"Zwergnase" nennt. Er ist sehr liebenswert.

Es geschehen so Dinge wie:
Plötzlich steht da eine Bank für mich zum Ausruhen, und auf
der sitzt eine Fee, die sich mit mir unterhalten möchte.
Oder ein Wasserfall, unter dem ich mich erfrischen kann.
Wie von Zauberhand erblüht ein Seerosenteich für mich. Eine Oase.

In meiner Fantasie erschuf ich mir einen Zaubergarten,
mit einem Brunnen, Bäumen, Sträuchern, Pflanzen,
eine Fülle der wunderschönsten Blumen.

Alles durften wachsen, wie es  wollte.
Seltene und andere Vögel gab es dort
und  Schmetterlinge in den schillerndsten Farben.
Und Kräuter in Hülle und Fülle.

Wenn die Sonne in diesen Garten schien, konnte ich einen
betörenden Duft wahrnehmen.
Und mein ganz besonderer Platz war auf dem Brunnenrand.
Dieses wurde mein Kraftplatz, denn inzwischen weiß ich,
er führt zur Quelle, zu meiner inneren Quelle,
aus der ich schöpfen kann.

Ich saß also dort, atmete tief und ruhig, schaute auch
hin und wieder in den Brunnen, erschauerte ein bisschen
vor der Tiefe, der Dunkelheit dort unten.
Doch dann fielen Sonnenstrahlen hinein, und es war,
als tanzten nun goldene Sternchen darin. 

Ich stand auf, pflücke mir eine Rose, umschloss sie mit beiden Händen,
hob sie an die Nase, und saugte ihren Duft regelrecht ein.
Ich betrachtete sie eingehend, wollte mehr von ihr wahrnehmen,
da war's, als ob ein winziges, kleines Wesen lachte und zu mir sagte: 

" Willkommen im Rosenreich. "
      
Das Glück kommt zu denen, die es schätzen
und gerne annehmen



Heute ist es etwas dunkel, es nieselt ein wenig.
Trotzdem durchstreife
ich ihn, ein bisschen in Gedanken versunken.

Plötzlich kugelt etwas vor mir durch das tiefe Gras.
Ich schaue, ich gucke und staune.
Da steht doch ein kleiner Zwerg, übermütig.
Er grinst mich an, lüftet sein Hütchen:
Gestatten, mein Name ist Zwergnase.
Und er verbeugt sich. Ich antworte ein wenig irritiert, perplex:
Zwergnase ? Moment, Moment ...
Die Figur gehört doch in ein Märchen?
Er lacht, krault sich an seinem kleinen Bart und sagt:
Was ist schon ein Name.  
Und wieder purzelt er durch all das schöne Grün.

Komm, fordert er mich auf, toll mit mir mit,
gib deiner Freude auch so Ausdruck! Ich:
Nein, dafür bin ich zu groß, zu alt.
Er lacht, und lacht.
Sein Lachen steckt mich an, und ich lache mit.
Zu groß, zu alt klingt es aus ihm.
Um seiner Freude Ausdruck zu geben, ist man nie zu groß, zu alt.

Dann wiederholt er: Komm, und springt in Richtung Brunnenrand davon.
Komm ruft er, nun schon etwas ungeduldig, und beugt sich über den Rand.
Schau hinein, schau nach unten. Was siehst du?
Ich schaue und erwidere: Wasser. Er: Wasser - Wasser.
Ich antworte: Ich weiß, was Du von mir hören möchtest.
Ich soll von der Quelle sprechen, von meiner Quelle,
von der Lebenswasser-Quelle.
Ja, meint er: Du hast es verstanden.

Und er lüftet zum zweiten Mal sein kleines Hütchen,
verbeugt sich wieder. Jetzt gehöre ich auch zu Deinem Zaubergarten,
Deinem Brunnen, und alles, was Du Dir erschaffen hast.

Dein Reich des Friedens. Dein Reich, wohin du kommen kannst,
wann immer du willst. Und nun lächelt er wieder:
Du wirst und kannst noch viel mehr in Deinem Garten entdecken.
Nur Mut, und  nachdem er einige Male rauf und runter gesprungen ist,
und wieder auf dem Brunnenrand steht, streckt er mir seine kleine
Hand entgegen.
Ich nehme sie, ein warmer Strom durchrieselt mich.
Für heute verabschiede ich mich von Dir.
Lachend springt er davon.



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