Letzte Aktualisierung: 06.01.12

 

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Affektive Störungen

Zu den affektiven Störungen (= "Gefühlsstörungen") zählen:

  • Depression
  • Manie

Treten beide Störungen abwechselnd auf, spricht man von einer:

  • bipolaren affektiven Störung

Affektive Störungen können sowohl erblich bedingt auftreten als auch aufgrund diverser Lebensumstände auftreten (Missbrauch, Arbeitsverlust, schwere Krankheit, etc.)
Affektive Störungen sind aber in jedem Fall behandelbar!

Depression

Eine Depression ist gekennzeichnet durch:

  • (grundlos) traurige Stimmung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lustlosigkeit/Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Pessimismus
  • Angst vor der Zukunft
  • Angst, nicht "lebensfähig" zu sein
  • innerer Trostlosigkeit
  • Zweifel von Sinnhaftigkeiten
  • Selbstmordgedanken
  • Isolation
  • Versündigungswahn bzw. krankhafte Selbstvorwürfe

Manie

Eine Manie ist gekennzeichnet durch:

  • grundlos extrem fröhliche Stimmung
  • grundlos aggressives Verhalten
  • Enthemmung
  • Beschleunigung des Gedankenablaufs/Redefluss
  • geringes Schlafbedürfnis
  • übersteigertes Selbstbewusstsein
  • Selbstüberschätzung

Eine Depression wird meist in Form von einer Therapie in Begleitung mit Antidepressiva behandelt.
Bei einer Manie stehen die Medikamente zur Prophylaxe eines nächsten Schubes, im Vordergrund. Das Problem bei einer Manie ist, dass sich der Betroffene in diesem Zustand meist sehr wohl fühlt und so nur schwer zu einer Therapie zu überreden ist.


 Hilfe Betroffene

Depression

  • Erstellt euch eine Liste positiver Momente
    Versucht, die kleinen schönen Momente des Lebens wieder wahrzunehmen. Meiner Erfahrung nach geht das am Besten mit der Natur, denn diese bleibt immer gleich, egal wie es in eurem Innersten aussieht. So kann sie einen "Anker" darstellen. Nehmt die schönen Blumenwiesen oder den Duft des Waldes bewusst wahr und beobachtet die kleinen Naturwunder - denn das ist das Leben!
    Natürlich könnt ihr auch andere positive Dinge hineinschreiben, z.B. Bücher die euch Freude bereiten oder Filme die ihr mögt usw.
  • Tut euch etwas Gutes!
    Kümmert euch um euch selbst und nehmt euch pro Tag mindestens 1-2 Stunden Zeit, welche nur euch gehören. Nehmt euch ein warmes Schaumbad oder macht es euch mit Keksen und einem Punsch vor dem Fernseher gemütlich - es sollte einfach etwas sein, was euch entspannt.
  • Schluckt eure Gefühle nicht herunter!
    Traut euch, zu euren Gefühlen zu stehen, und redet mit euren Mitmenschen offen über eure Probleme. Konfrontationen sind im Endeffekt noch immer besser als ein "Runterschlucken" der Gefühle.
  • Vermeidet vollständige Isolation
    Haltet Kontakt zu anderen Menschen auf - selbst, wenn es anfangs vielleicht nur im Internet möglich ist. Trefft Gleichgesinnte in Selbsthilfegruppen o.ä. - Achtet aber gleichzeitig darauf, dass euch niemand noch weiter hinunterzieht, denn es geht darum, euer Leben wieder zum Positiven zu wenden!

 

Manie

Wenn ihr merkt, dass eine manische Phase auf euch zu kommt, dann versucht, euch einzugestehen, dass eure Gefühlsregungen an der Erkrankung liegen, die behandelt werden sollte. Laufender Therapiekontakt und diese Einsicht kann helfen, mit dieser Gefühlsstörung umzugehen.
Man sollte also ein gewisses Bewusstsein entwickeln.


 Hilfe Angehorige

Depression

Ganz wichtig ist, dem Betroffenen keine Vorwürfe für seine schlechte Stimmung zu machen, denn Vorwürfe machen sich viele Betroffene schon selbst genug. Die Betroffenen sind KEINE "Heulsusen" oder "Weicheier" wenn sie mal heulen, denn das zählt alles zum Krankheitsbild und ist für den Betroffenen mindestens genauso wenig lustig. Fragt stattdessen, ob und wie ihr helfen könnt, und vermittelt dem Betroffenen Wärme und Geborgenheit. Es ist manchmal gut, Betroffene etwas aus ihrer Lethargie herauszureißen, indem man etwas unternimmt. Allerdings sollte man den Betroffenen auch mal Ruhe gönnen, denn manchmal sind wir einfach zu kraftlos, um irgendetwas tun zu können. Wenn dies der Fall ist, könnt ihr dem Betroffenen auch erstmal Aufgaben im Haushalt abnehmen, aber dennoch bestimmte Aufgaben überlassen, denn so hat der Betroffene das Gefühl, weiterhin gebraucht zu werden und wichtig zu sein.

 

Manie

Die Manie ist für Angehörige wohl eine schwierige Angelegenheit, da der Betroffene besonders dann, wenn die Manie kein aggressiver, sondern ein positiver Zustand ist, oft gar keine Behandlung will.
Dabei ist es jedoch wichtig daran zu denken, dass die Manie eine psychische Erkrankung ist, und daher sehr wohl behandelt werden sollte.
Wichtig ist es, bei manischen Personen aufzupassen, dass diese in ihrem übersteigerten Selbstbewusstsein nichts tun, was sie später bereuen würden, z.B. Kaufrausch, zu enthemmtes Auftreten, etc. Es soll schon manische Personen gegeben haben, welche sich in einem manischen Zustand ganze Häuser gekauft haben.
Auf derartige Kurzschlusshandlungen sollte man also als Angehöriger besonders ein Auge werfen, und dem Betroffenen immer wieder vor Augen führen, dass seine Aktionen das Ergebnis seiner  Probleme sind.



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