Verlust
Im Folgenden findet ihr Informationen und Hilfe zu Personenverlust im Kindesalter (Scheidung, Heim).
Scheidung
Eine Scheidung im Kindesalter ist für die Kinder immer eine schwere Last. Eine Scheidung kann aufgrund der Schuldgefühle für ein Kind eventuell sogar schlimmer sein als der endgültige Tod eines Elternteils. Jeder Mensch braucht Geborgenheit, um sich anderen öffnen zu können und Beziehungen eingehen zu können. Bei Scheidungen werden diese Bedingungen verletzt, und bringt je nach Alter des Kindes folgende Erscheinungen mit sich:
Kinder bis zu 6 Jahren:
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Schuldgefühle Das Kind merkt, dass Mama und Papa auch "wegen ihm" streiten und fühlt sich daher als Ursache der Trennung.
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Große Verlustängste Das Kind hat Angst, einen Elternteil für immer zu verlieren und von ihm nicht mehr gemocht zu werden.
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Kinder sind unfähig, daran zu denken, dass die belastende Situation vorüber geht, daher erscheint sie ihnen ausweglos.
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als Folge einer Scheidung können zudem folgende psychische Zustände auftreten:
Kinder bis zu 10 Jahren:
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Loyalitätskonflikt Das Kind steht zwischen beiden Elternteil und hat ein schlechtes Gewissen, noch immer beide gerne zu haben, auch wenn es z.B. bei der Mutter wohnt und diese den Vater schlecht macht.
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kindliche Depressionen
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verlorener Selbstwert
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Gefühl, es jedem Recht machen zu müssen Das Kind glaubt, "perfekt" sein zu müssen, um es anderen Recht machen können. Dadurch kann z.B. auch Prüfungsangst entstehen, da das Kind fürchtet, den Lehrer ebenso zu verlieren, wenn es versagt.
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Rückzug/Überanpassung
Die Eltern:
Auch Eltern erfahren den Verlust von Geborgenheit und Sicherheit. Oftmals findet eine Verleugnung des Partners statt, und es wird das Bild des anderen strikt in "gut" und "böse" getrennt, wobei das "Böse" überwiegt, um die Trennung besser zu verkraften, z.B. mit Gedanken wie "Papa war eh nie für uns da." Leider nehmen viele Eltern durch diese Belastung die Probleme der Kinder zu wenig wahr. Häufig finden Scheidungen im Alter der Pubertät des Kindes statt, da das Kind ab diesem Alter nicht mehr so viel Zuneigung benötigt und die Eltern sich dadurch ihrer eigenen Probleme mehr bewusst werden.
Folgeerscheinungen bei Kindern:
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Störungen von Beziehungen Scheidungskinder haben es später schwer, inakte Beziehungen zu führen, da sie sich nicht trauen, mit ihnen auseinanderzusetzen aus Angst, dass dies ebenfalls zu einer Trennung führt.
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Vermittlerposition Häufig finden sich Scheidungskinder später in Vermittlerpositionen wider, da sie schon als Kind "zwischen zwei Stühlen" standen und damit fertig werden mussten. Diese Folgeerscheinung kann aber durchaus auch positiv sein.
Im Heim
Wird ein Kind von einer Bezugsperson plötzlich in ein Heim gegeben, so treten zusammengefasst folgende Symptome auf: Protest → Verzweiflung → Gleichgültigkeit
Am Anfang protestiert das Kind gegen die neuen Gegebenheiten. Dies kann sich in aggressivem Verhalten (Schreien etc.) äußern. Erzielt es durch dieses Verhalten keinen Erfolg (d.h. die Situation wird nicht rückgängig gemacht bzw. es wird dem Kind zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt) folgt die Verzweiflungsphase. Das Kind fühlt sich verloren. Das Urvertrauen wurde somit gebrochen. Psychosomatische Beschwerden (Bettnässen, Brechreiz, Appetitlosigkeit usw.) können die Folge sein. Hat das Kind noch immer keine Möglichkeit, genügend Aufmerksamkeit zu bekommen bzw. einen Mutterersatz zu finden, so wandelt sich diese Verzweiflung letzten Endes in resignierende Gleichgültigkeit um, da sich das Kind innerlich aufgibt. So ein Verhalten kann bereits nach einem 10tägigen Heimaufenthalt eines Kindes beobachtet werden. Die Folgeerscheinungen entsprechen jenen Verlusterscheinungen, welche auch Scheidungskinder haben, wobei bei Heimkindern das Gefühl des Alleinseins als noch viel schlimmer empfunden wird, sofern nicht jedem einzelnen Kind genügend Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt wird.
Hilfe für Eltern bei Scheidungen 
Scheidung ist meistens nicht als ein Moment, sondern ein langer Prozess zu betrachten, der manchmal sogar zum "Lebensschicksal" wird. Lasst euch dadurch aber nicht entmutigen.
Was passiert ist, kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber man kann seine gegenwärtige Situation ändern, indem man sich darüber Gedanken macht, was man daran ändern kann. Hierbei kann das Aufsuchen einer Beratung oder auch gemeinsam eines Mediators (= Konfliktregler) sehr hilfreich sein. Besonders Väter entziehen sich oft einer Konfrontation, doch diese ist notwendig, um ein gemeinsames Wohl gewährleisten zu können und abschließen zu können.
Kinder fühlen sich meist schuldig an einem Elternkonflikt. Manche Kinder zeigen dies, manche auch nicht. Man sollte aber auch dann mit den Kindern darüber reden, wenn sie keine Anzeichen von Bekümmertsein zeigen, da dies oft einfach eine Art Resignation darstellt. Selbst wenn Kinder nach zwei oder drei Monaten wieder "normal" erscheinen, so ist dies in Wirklichkeit oft erst der Beginn eines pathologischen Verhaltens. Den Kindern muss also in jedem Fall weiterhin die nötige Aufmerksamkeit und Geborgenheit geschenkt werden, da diese im Gegensatz zu den Eltern noch keine volle Verantwortung in einer Situation übernehmen können.
Kinder brauchen die Bestätigung ihres Wertes, und dass sie den anderen Elternteil weiterhin gern haben dürfen, da sonst der Loyalitätskonflikt eintritt.
Da kleine Kinder sich selbst als im Mittelpunkt stehend empfinden, können sie es nicht verstehen, dass ihre Liebe nicht dazu ausreicht, um beide Elternteile "zusammenzuhalten". Hierbei empfiehlt es sich, dem Kind weiterhin Geborgenheit zu vermitteln und ihm den Umgang mit dem anderen Elternteil nicht zu verwähren: Selbst wenn die Partnerschaft nicht aufrecht erhalten werden kann, so sollte es die Elternchaft auf alle Fälle. (Ausnahmen sind natürlich Misshandlungen oder Missbrauch des Kindes durch einen Elternteil). Sollte diese Aufrechterhaltung der Elternschaft aufgrund der Konflikte als unmöglich erscheinen, so wird zu einer Mediation (= Konfliktregelung) geraten, wo gemeinsam Lösungswege erarbeitet werden können.
Hilfe für Kinder bei Scheidungen 
Sei dir im Klaren darüber, dass NICHT du die Verantwotung für deine Eltern trägst, sondern sie für dich. Du bist nicht schuld daran, dass deine Eltern nicht mehr zusammen leben können. Manchmal leben sich Menschen auseinander und verstehen sich besser, wenn sie ein bisschen Abstand zueinander bekommen. Beide lieben dich aber genauso wie vorher, auch wenn es dir im Moment vielleicht anders scheint. Sprich mit jemandem über deine Probleme. Das kannst du ruhig auch mit deinen Eltern tun. Du selbst bist noch ein genauso wertvoller Mensch wie vorher. Du musst dich auch nicht schämen, denn Trennungen von Eltern sind keine Seltenheit mehr. Du bist also nicht alleine.
Hilfe für Angehörige bei Heimkindern 
Wichtig ist, dass jedes Kind sehr viel Aufmerksamkeit bekommt, auch wenn dies bei manchen Heimsystemen (zu wenig Personal, keine fixe Zuteilung für bestimmte Kinder) nur schwer möglich ist. Gut ist es, wenn es sich irgendwie intern regeln lässt, dass sich bestimmtes Personal immer um dieselben Kinder kümmert. Das gibt Kindern die nötige Sicherheit und schafft eher einen Mutterersatz, als wenn die Betreuenden ständig wechseln.
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